thumb Ralf Seekatz
Die EU-Kommission hat heute ihre KMU-Strategie vorgestellt. Das ist zumindest ein richtiger Schritt in die richtige Richtung. Es ist höchste Zeit, dass die Interessen kleiner und mittelgroßer Unternehmen ernst genommen werden. Künftig soll ein Mittelstandsbeauftragter innerhalb der EU-Kommission sämtliche Gesetzesvorschläge auf ihre KMU-Verträglichkeit überprüfen. Mittelständler werden damit einen zentralen Ansprechpartner für ihre Belange in der EU-Gesetzgebung bekommen. Zudem wird garantiert, dass gerade bei der Klima- und der Sozialgesetzgebung die Folgen für den Mittelstand abgeschätzt werden.

Zu viel Bürokratie belastet vor allem unsere kleinen und mittleren Betriebe. Umso wichtiger ist es, dass die EU-Kommission die Umsetzung ihrer Vorgaben künftig besser überwachen will.

Die Kommission hat das Problem mangelnder Kapitalmarktfinanzierung für wachsende Unternehmen erkannt. In der KMU-Strategie vernachlässigt sie aber die Bankenfinanzierung und damit verbundene Vorschläge zur Umsetzung der Basel III-Rahmenvereinbarung. Damit drohen Mittelständlern ohne Kreditrating höhere Eigenkapitalanforderungen und teurere Kredite. Dass die Kommission zu diesem Thema schweigt, ist sehr enttäuschend. Tatsächlich werden sich die meisten Mittelständler auch in Zukunft über den klassischen Bankkredit finanzieren.